Networking auf Online-Events

Fragt man Teilnehmer*innen von Online-Events, was ihnen gegenüber einer Vor-Ort-Veranstaltung am meisten fehlt, ist die Antwort in der Regel eindeutig. Die Mehrheit vermisst eine direkte Interaktion mit Gleichgesinnten. Networking, also das Pflegen und Neuknüpfen von Kontakten zum Zwecke des Austauschs und der beruflichen Weiterentwicklung, gestaltet sich natürlich erst einmal einfacher face-to-face als virtuell. Es gibt jedoch auch Tricks und Kniffe, wie man Online-Events einen lebendigen und interaktiven Touch verleihen kann.

Schaffe ein interaktives Eventformat mit Q&A-Sessions und Breakout-Räumen!

Zuallererst sollten Veranstaltungen, die im Netz stattfinden, nicht als reiner Frontalunterricht konzipiert sein, sodass die Zuschauer*innen über mehrere Stunden oder sogar Tage eine rein passive Rolle einnehmen. Sorge mit einem Mix aus diversen Möglichkeiten dafür, dass deine Teilnehmer*innen miteinander in Kontakt treten können.

Eine Option sind Q&A-Sessions, die je nach Größe entweder mit dem gesamten Publikum oder in Gruppen veranstaltet werden können. Um zu vermeiden, dass mehrere Menschen gleichzeitig sprechen, besitzen viele Web Conferencing Tools eine Melde-Funktion, durch die der Moderator sehen kann, wer etwas fragen möchte. Gerade bei größeren Veranstaltungen funktionieren solche Q&A-Sessions am besten in kleinen Gruppen.

Einige Web Conferencing Tools, wie z. B. Zoom, Microsoft Teams oder Big Blue Button, enthalten eine Funktion, mit der sich kleine Breakout-Gruppen erstellen lassen. Bunt zusammengewürfelte Gruppen können insbesondere das Knüpfen von neuen Kontakten erleichtern. Es kann allerdings unangenehm sein, wenn in der Gruppe kein Gespräch zustande kommt. Daher empfiehlt es sich, einen Moderator für jede Gruppe vorzusehen, der das Gespräch ankurbeln und das Eis brechen kann. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, Gruppen nach Themen oder Bereichen einzuteilen, was sich vor allem auf wissenschaftlichen Konferenzen sehr anbietet, da dort Expert*innen aus verschiedenen Domänen zusammenkommen.

Darüber hinaus ist für eine rege Beteiligung der Einsatz von virtuellen Pinnwänden (z. B. https://padlet.com) ratsam, die sich hervorragend für Q&As, zum Brainstormen und für einen Ideenaustausch eignen. Auf diese Weise können sich Zuschauer*innen mit gemeinsamen Interessen und aus ähnlichen Fachgebieten zusammenfinden und jeder erhält die Chance, sich selbst einzubringen.

Wer möchte seinen Kaffee schon allein trinken

Wenn du davon ausgegangen bist, dass die Pausen ein Selbstläufer sind und du dich um nichts kümmern musst, dann hast du leider falsch gedacht. Leg unbedingt Gehirnschmalz in die Gestaltung deiner Pausen! Wie wäre es beispielsweise mit virtuellen Räumen speziell für die Kaffeepausen? Dort können sich deine Teilnehmer*innen untereinander austauschen und bei ähnlichen Fragen oder Problemen zusammenfinden. Um die Networking-Erfahrung realer zu machen, könnte man für die verschiedenen Räume sogar einen virtuellen Tagungsort erschaffen und mit Avataren arbeiten, die dann stellvertretend für die User stehen und sich von Raum zu Raum bewegen lassen.

Eine weitere Idee wäre ein Chatroulette, bei dem jeweils zwei Personen nach dem Zufallsprinzip miteinander verbunden werden und sich per Webcam und Mikrofon verständigen können. Wenn das Gespräch partout nicht in Gang kommt, kann man selbstverständlich jederzeit die Unterhaltung beenden und zum nächsten Gesprächspartner ziehen.

Ein ausgeklügeltes Veranstaltungskonzept ist das eine, aber deine Eventplattform sollte auch unbedingt eine Teilnehmerliste enthalten. Animiere deine Besucher*innen dazu, Ihr Profil zu vervollständigen und ein Foto von sich hochzuladen – eine wichtige Voraussetzung, damit das Netzwerken Erfolg haben kann. Über eine Such- und Filterfunktion sollten die Teilnehmer*innen die Möglichkeit haben, sich Personen, die für sie von Interesse sein könnten, anzeigen zu lassen und mit ihnen per Mail oder Videotelefonie in Kontakt zu treten.

Wie du siehst, liegt es in deiner Hand, ob deine Teilnehmer*innen am Ende des Tages mit einem zufriedenen Lächeln den Laptop schließen oder ob sie enttäuscht sind und den Vor-Ort-Events hinterhertrauern.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Networking darf auf Online-Events nicht zu kurz kommen
  • Interaktionsmöglichkeiten für die Zuschauer*innen schaffen
  • Q&A-Sessions einplanen
  • Teilnehmer*innen in Breakout-Räume schicken für Besprechungen
  • Breakout-Gruppen können zusammengewürfelt sein oder aber es erfolgt eine Gruppeneinteilung nach Themen bzw. Bereichen
  • Virtuelle Pinnwand als Mittel zum Brainstorming
  • Virtuellen Raum für Kaffeepausen schaffen; Chatroulette ist für die Pausenzeiten ebenfalls denkbar
  • Eventplattform sollte eine Teilnehmerliste mit vollständigen User Profilen enthalten
  • Kontaktieren der anderen Teilnehmer*innen per Mail oder Videotelefonie
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